Andachtspost vom 07.02.2021

Liebes Mitglied unserer Kirchengemeinde!

Mit der -vorerst- vorletzten Andachtspost grüße ich Sie ganz herzlich.

Bundesweit bessert sich die Gefährdungslage mittlerweile deutlich! Wir erwarten, dass sich die Situation auch in unserer Region entspannt. Noch müssen wir geduldig bleiben, aber unser Kirchenvorstand, das Presbyterium, hat beschlossen, dass wir endlich wieder miteinander Gottesdienst feiern:

Wir laden ein
zum Gottesdienst am Valentinstag,
schön, dass es Dich gibt,
am Sonntag, dem 14. Februar um 10:00 Uhr
auf dem Platz vor der Kirche.

Damit es zu keiner unnötigen Gefährdung kommt, halten wir uns konsequent an die Hygieneregeln! Auch danach sollen sonntägliche Gottesdienste zunächst nur als Andachten im Freien vor der Kirche jeweils um 10.00 Uhr stattfinden. Wir wollen auf keinen Fall ein unnötiges Risiko eingehen.

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Reichtum

Was wünschen wir uns in diesen Zeiten? Noch ist unsere Welt aus den Fugen. Viel blicken wir auf die Regierenden. In der Politik erleben wir im Superwahljahr so viel Gerede und Gezanke wie lange nicht: Gesundheit oder Wirtschaft; Vorsicht oder Freiheit. Jeder weiß es besser und verspricht, was wir hören wollen.

Stellen Sie sich bitte vor, eine gute Fee käme zu Ihnen und Sie hätten drei Wünsche frei. Was wäre es wohl, das Sie sich wünschen würden? Gesundheit? Einen Sechser im Lotto? Dass Enkelkinder und Großeltern sich wieder treffen dürfen?

Es gibt unter den Sagen aus dem alten Griechenland eine Geschichte, die vom Wünschen handelt. Sie erzählt vom König Midas, der sich vom Gott Dionysos etwas wünschen durfte. Ohne lange zu überlegen wünschte er sich: alles, was ich berühre, soll zu Gold werden. Der Wunsch ging in Erfüllung. Und König Midas war glücklich. Was er anfasste, wurde zu Gold.

Bis, ja, bis er Hunger bekam, sich zu Tisch setzte und essen wollte. Er nahm den Becher mit Wein, aber er konnte nicht trinken. Er griff nach dem Brot, aber er konnte nicht essen. Er versuchte, den Braten zu kosten, es ging nicht. Wein, Brot, Braten – alles, was er anfasste, wurde zu Gold. Sobald König Midas irgendetwas berührte, wurde es zu Gold. Das hatte er sich ja auch gewünscht. Schließlich musste der König den Gott Dionysos geradezu anflehen, ihn von den Folgen seines eigenen Wunsches wieder zu befreien.

Was wünsche ich mir für mein Leben? Welche Träume sollen in meinem Leben wahr werden? Das wär’s doch: dass sich Wunder ereignen. Dass Corona endlich vorbei wäre! Dass wir endliche wieder frei wären, unser Leben zu führen. Wenn ich Jugendliche frage: „Was wäre das für Euch?“, dann fallen denen Dinge ein, die ihnen echt wichtig sind; ein neues Handy mit Flatrate oder schicke Sachen zum Anziehen. Doch wenn man dann ein bisschen ins Gespräch kommt, wird auch jungen Leuten klar, dass zum guten Leben mehr gehört als das, was ich für Geld kaufen kann. Gesund sein. Freunde haben. Eine Familie haben. Etwas lernen dürfen. Erfahren, dass ich gemocht werde. Und auch: Hören, dass ich bei Gott ein wertvoller Mensch bin.

Vor einem Jahr wurde unser ganzes Leben richtig durchgeschüttelt und kam aus dem Tritt. Scheinbar Selbstverständliches ging nicht. Die Verwandten besuchen? Besser nicht. In den Urlaub fahren? Leider auch nicht. Kultur oder Sport? Fast alles war gestrichen. Manchmal merke ich erst dann, wenn ich es nicht mehr habe, was mein Leben eigentlich wertvoll macht.

In der Bibel wird vom König Salomon erzählt. Der bittet um ein hörendes Herz, um Verstand und Einsicht. Er bittet nicht um Glück, Reichtum und Macht. Er setzt damit ein Zeichen. Wahrhaft reich ist nicht der, dem alles zu Gold wird, was er anfasst. Sondern wirklich reich sein, hat zu tun mit Herz für andere und für mich, mit sensibel sein und einem Gespür für das, was mir und anderen gut tut.

Marc Chagall stellt ihn dar als einen, der bittet. Und aus seiner Mitte lebt er -aus Gottes Wort von der Gnade. Das Niedere und Bedrohliche ist gebannt. Die Gesetzestafeln stehen für die gute Ordnung, die erfülltes Leben ermöglicht. Über ihm wölbt sich himmlische Herrlichkeit. Er blickt getröstet hinauf auf die andere Seite. Aus der Ewigkeit empfängt er goldenes Licht.

Wir blicken in diesen Tagen viel auf die Regierenden. Aber so heißt es: „Die Herren dieser Welt kommen und gehen. Aber unser Herr kommt.“ Unser Herr und Bruder Jesus Christus ist ganz anders als die Herrscher dieser Welt. Jesus hat das vorgelebt. Er hat gezeigt, was es heißt, achtsam zu sein und denen Herz zu zeigen, die sonst nur Herzlosigkeit erfahren; aufmerksam zu werden für Menschen am Rande.

Bleiben Sie gesund und zuversichtlich!

Ihr/Euer Pfarrer Martin Reibis

Gern möchten wir auch jetzt für Sie da sein:

Pfarrerin Friederike Schuppener, Bornstraße 4Pfarrer Martin Reibis, Oberstraße 8a
Tel. 06441 4468578
Email: friederike.schuppener@ekir.de
Tel. 06441 89683
Email: martin.reibis@ekir.de