Andachtspost vom 14.02.2021

Liebe Gemeindeglieder, liebe Interessierte,

als ich Kind war, schauten wir am Freitag vor Rosenmontag immer „Mainz bleibt Mainz, wie es singt…“. Die gesamte Familie hockte vor dem Röhrenfernseher und ehrlichgesagt: wir lachten nur mäßig. Denn für uns Aachener waren die Sprüche und Reden der Mainzer eher langweilig als witzig. Und die Määnzer sprachen so breit! So spotteten wir den ganzen Abend. Trotzdem hatten wir ziemlich Spaß. Die Määnzer gaben sich jedes Jahr redlich Mühe, aber an den rheinischen Karneval kamen sie nicht dran. Dass es sogar in Hessen Karneval gibt, der natürlich auch fremdländisch „Fasching“ heißt, darüber staune ich bis heute. Nach Qualitätsunterschieden möchte ich natürlich lieber nicht gefragt werden. 😉

Fasching…Karneval…das ist eine ver-rückte Sache. Und das ist wohl auch das Stichwort: Ver-rückt-Sein. Nach einem miserablen Jahr dachte ich früher:  Was für ein Unsinn: Die Jecken drücken am Altweiberdonnerstag auf einen Knopf und drehen dann 5-6 Tage total auf. Und danach fangen die Probleme und Sorgen wieder von vorne an. Aber das Ver-rückt-Sein vom Alltag,- das ist gerade das, was den Faschings- und den Karnevals-Jecken so viel Spaß macht. Für einige Tage steigen sie einfach aus der Welt aus, aus der Welt mit Kummer, mit Angst, mit Scham und mit Sorgen. Die Pandemie hat die Welt auch ver-rückt. Unser Alltag ist aus den Angeln gehoben. Von vielem Normalen mussten wir uns erstmal trennen. Manchem von uns fällt nach knapp einem Jahr das Lachen eher aus dem Gesicht. Wegen der Finanzen, wegen Stress mit den Kindern oder Einsamkeit oder Krankheit…was soll es da zu lachen geben?

Mit dem verrückten Trubel im Fasching und im Karneval wollten die Leute ganz früher den Winter mit seinen „Geistern“ austreiben. Die harten Winter konnten lebensbedrohlich sein. Also boten die Leute alles auf, um den Sieg über den Winter komplett zu machen: Sie tanzten und lachten, sie zogen umher und machten einen riesen Radau…und sie hatten auch noch Spaß dabei. Ganz ursprünglich ging es darum, als Sieger aus lebensbedrohlichen Monaten hervorzugehen.

Haben Sie noch eine alte Luftschlange zu Hause? So eine, die in der Schublade eingequetscht ist und erstmal entwirrt werden muss? Haben Sie noch eine rote Pappnase? Oder hängt in Ihrem Schrank noch ein ganzes Kostüm?

Fasching? Fast alles fällt aus. Bekennen Sie doch Farbe, dass Sie wollen, dass das Leben siegt. Hängen Sie die zerknautschte Luftschlange an die Lampe oder die Pappnase mutig aus dem Fenster. Vergessen Sie auf keinen Fall, in diesen Tagen ein bisschen ver-rückt zu sein! Das Leben soll doch siegen, oder?

Bleiben Sie lustig! Oder werden Sie´s…mit einem Augenzwinkern,

Ihre & Eure Pfarrerin Friederike Schuppener

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Gerade haben Sie die vorerst letzte Andachtspost erhalten. Wir feiern nun wieder Präsenzgottesdienste und Präsenzandachten.

Um das Risiko der Ansteckung weiter so gering wie möglich zu halten, beginnen wir zunächst mit Gottesdiensten und Andachten im Freien, also VOR der Evangelischen Kirche in Aßlar. In kurzer, konzentrierter Form wollen wir uns von Gottes Wort und von Musik stärken und ermutigen lassen. Auch die Gemeinschaft wird uns stärken, obwohl wir den Mindestabstand einhalten müssen.

Bei den Gottesdiensten und Andachten im Freien gelten die aktuellen Corona-Hygienebedingungen. Das Tragen eines medizinischen Mund-Nase-Schutzes oder einer FFP2-Maske ist für alle verpflichtend.

Bringen Sie sich bitte eine Sitzgelegenheit mit, wenn Sie eine benötigen.

Gottesdienst am Valentinstag:
VOR der Evangelischen Kirche in Aßlar
14. Februar, 10.00 Uhr
Dauer ca. 30 Minuten
Andachten
VOR der Evangelischen Kirche in Aßlar
21. Februar
28. Februar
jeweils um 10.00 Uhr

Gern möchten wir auch jetzt für Sie da sein:

Pfarrerin Friederike Schuppener, Bornstraße 4Pfarrer Martin Reibis, Oberstraße 8a
Tel. 06441 4468578
Email: friederike.schuppener@ekir.de
Tel. 06441 89683
Email: martin.reibis@ekir.de