Andachtspost vom 17.01.2021

Liebes Mitglied unserer Kirchengemeinde! Zum dritten Sonntag im zweiten, harten Lockdown der Pandemie, erreicht Sie unsere Andachtspost.

Wir haben die sonntäglichen Gottesdienste weiter ausgesetzt. Zwar haben die Impfungen auch in unserer Stadt begonnen, aber noch ist nicht abzusehen, dass sich die Gefährdungslage entspannt. Sogar unsere Kindergärten und Schulen haben im Wesentlichen geschlossen.

Ich würde mich freuen, wenn es uns gelänge, diese Zeit zu nutzen, einmal nachzudenken. Was zählt in meinem Leben? Was ist mit dem Glauben? Was ist mit meinem Gott?

Von Martin Luther wird erzählt, dass er zu einer Gemeindevisitation, also zu einem Lehrbesuch, in ein Dorf unterwegs war. Er bat einen der Kirchenältesten dieser Gemeinde, doch bitte das Glaubensbekenntnis aufzusagen. Der Mann begann: „Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen …“ – Hier unterbrach ihn Luther und fragte: „Was heißt allmächtig?“ Der Älteste antwortete ehrlich: „Das weiß ich nicht.“ Der Ortspfarrer fürchtete nun einen Tadel des Reformators bei so viel Unwissenheit in seiner Gemeinde. Doch Luther klopfte dem Gefragten nur freundlich auf die Schultern und sagte: „Ja, guter Mann, ich und alle Gelehrten wissens auch nicht. Aber glaube nur ganz einfach, dass Gott dir, deiner Frau und deinen Kindern aus allen Nöten helfen kann, auch wenn du von der ganzen Welt verlassen bist – das ist die Allmächtigkeit Gottes.“

Der Künstler in unserer Kirche versuchte Gott als das Auge darzustellen, von dem im Dreieck – Vater, Sohn, heiliger Geist – Strahlen ausgehen, wie von der wärmenden, lebenspendenden Sonne. Gott blickt auf uns – segnend, voller Mitgefühl und Liebe.

Bleiben Sie gesund und zuversichtlich.

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Die Finsternis vergeht und das wahre Licht scheint schon.

Der Wochenspruch aus dem ersten Johannesbrief passt. Plötzlich sind die Tage wieder länger geworden. Manchmal ist die Sonne heraus gekommen – mit Macht. Es ist ein Wunder: Es wird Licht – als breche der Himmel auf – als würde der Himmel brennen. Nur noch ein paar Minuten, dann wird es uns blenden. Herrlich, wenn es Tag wird nach dunkler, vielleicht trüber Nacht. Dann wirkt das Licht wie Liebe, als wenn Gott uns streicheln würde.

Wo Licht ist, wird bald Wärme und Liebe sein.

Gott kommt uns nah in kleinen und großen Wundern. Eins davon ist weit wie der Himmel und doch beeindruckt es nur die Menschen, die Augen dafür haben. Ein anders ist nur ein paar tausend Gramm schwer und ich bin ganz aus dem Häuschen. Wir haben gar keine Ahnung von den meisten Wundern und können nur staunen, wenn wir einem begegnen.

Gott will uns begegnen. Vielleicht ändert sich unser Leben, wenn wir das verstehen. Dann können wir beginnen, Gott zu lieben.

Ich finde, das ist ein wertvoller Gedanke: Lieben wir Gott? Oder reden wir nur über ihn? Lieben wir Gott oder machen wir ihm nur Vorwürfe, dass nicht alles nach unserer Zufriedenheit steht, dass die Welt oder unser Leben nicht besser ist.

Das wahre Licht scheint schon. Gott selbst ist und bleibt uns nahe. Sagen wir ihm auch, dass wir ihn lieben, dann verändert sich unser Leben.. Wie sich ja unser Leben in jeder Liebesgeschichte verändert. Liebe rückt unser Leben in ein besseres Licht.

So wünsche ich Ihnen/Euch Licht und starke Zuversicht

Ihr/Euer Pfarrer Martin Reibis

Gern möchten wir auch jetzt für Sie da sein:

Pfarrerin Friederike Schuppener, Bornstraße 41Pfarrer Martin Reibis, Oberstraße 8a
Tel. 06441 4468578
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