Unsere Kirchengebäude auf dem Weg zur Klimaneutralität

Auf dem Weg zur Klimaneutralität (CO2-Neutralität) hat die Ev. Kirchengemeinde Aßlar bereits den weitaus größten Teil der Wegstrecke zurückgelegt:
So ist es gelungen, die Heizenergieverbräuche (in kWh) der klassischen Kirchengebäude (Kirche, Jugendhaus, Gemeindehäuser, Pfarrhaus) alleine im Zeitraum von 2020 bis 2025 um rund 2/3 zu verringern (siehe Bild 1). Die Heizenergieverbräuche sanken von 183 MWh (182.729 kWh) im Jahr 2017 auf nur noch 64 MWh (64.408 kWh) im Jahr 2025.

Noch deutlicher wird das Ergebnis, wenn man die durch die Gebäudeheizungen dieser klassischen Kirchengebäude verursachten Co2-Emissionen betrachtet. Hier liegt die Reduzierung sogar bei rund 80 %. Die Co2-Emissionen aus den Gebäudeheizungen sanken von 45 t im Jahr 2017 auf nur noch 10 t im Jahr 2025.

Bei unserer Kirche, Der Kirchberg 1, verwenden wir für die dort installierten elektrischen Unterbankheizungen bereits seit geraumer Zeit ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energiequellen (z.B. Wind, Photovoltaik, etc.), womit hier das Label „treibhausgasneutral“ (=Co2-neutral) bereits durch die Sanierungsmaßnahmen im Jahr 2012 (u.a. Dämmung der obersten Geschossdecke und Einbau von Wärmeschutzverglasungen in den Fenstern, Modernisierung der Infrarot-Unterbankheizungen) weitgehend erreicht worden war. Durch die dann noch ab dem Jahr 2020 umgesetzten organisatorischen Maßnahmen ist es jedoch gelungen, die Stromverbräuche dieser Heizungsanlage – ohne Einsatz von Investitionsmitteln – nachhaltig nahezu zu halbieren. Flankierend setzen wir punktuell auch Infrarot-Flächenheizungen ein (z.B. am Arbeitsplatz der Organistinnen), um etwa die Wirkungen der abgesenkten Grundtemperatur lokal zu kompensieren und damit den klimatischen Anforderungen dieser Arbeitsplätze gerecht zu werden. Überdies ist dies auch für die in 2022 generalüberholte Orgel und für die historischen Gemälde vorteilhaft, da diese so geringeren Temperaturschwankungen und Veränderungen der Luftfeuchtigkeit ausgesetzt sind.

In unserem Gemeindehaus Aßlar, Oberstraße 8b, haben wir bereits 2013 eine große Photovoltaik-Anlage installiert (100 PV-Module, erzeugt pro Jahr in der Spitze bis zu 27.000 Kilowattstunden, womit etwa 10 Haushalte versorgt werden könnten). 2023/2024 haben wir die nunmehr über 30-jährige Heizungs- und die Wärmeverteilungsanlage des großen Saals, für die keine Ersatzteile mehr zu bekommen waren, ersetzt. Dazu wurde in der Lüftungsanlage des großen Saals ein Wärmerückgewinnungsgerät (WRG) eingebaut (ein Gegenstrom-Wärmetauscher kann bis zu 80% der in der Abluft vorhandenen Wärme zurück gewinnen und der Raumluft wieder zuführen). Schließlich ging auch im August 2024 eine elektrische Luft-Wasser-Wärmepumpe mit großem thermischen Pufferspeicher in Betrieb, die den alten Heizkessel ersetzte. Dieses Konzept erlaubt es auch, etwa 30 % Teil des von der PV-Anlage selbst erzeugten Stroms in der Wärmepumpe zu verwenden. Den Rest kaufen wir mit Strom aus regenerativen Quellen (z.B. Windstrom, PV-Strom, etc.) zu, womit auch hier das Label „treibhausgasneutral“ (=Co2-neutral) vergeben werden konnte.



Ferner ist es ab 2022 durch Zusammenrücken und eine effizientere Raumnutzung sowie Umgestaltung einzelner Räume gelungen, das bisher in unserem ehemaligen „Jugendhaus“ in der Ringstraße 4 untergebrachte Gemeindebüro und entsprechende Raumflächen für die Jugendlichen zusätzlich zur den anderen Nutzungen im Gemeindehaus Aßlar unterzubringen. Dies hatte uns bereits 2022 in die Lage versetzt, unser Jugendhaus zu veräußern und dabei in die guten Hände eines Gemeindemitgliedes zu legen. Dort findet das ehemalige Jugendhaus nun nach Modernisierung außerhalb des kirchlichen Umfeldes eine neue nutzenstiftende Verwendung. Da die bisherigen Nutzungen „Gemeindebüro“ und „Jugendraum“ Gemeindehaus Aßlar untergebracht werden konnten, kann sich die Kirchengemeinde die mit dem Verkauf der „Jugendhauses“ erreichte CO2-Einsparung zu 100% anrechnen.

Bereits Ende 2020 haben wir in unserem Gemeindehaus Klein-Altenstädten, Mühlackerstraße 2, eine bis dato noch nicht vorhandene Extremdämmung in der obersten Geschossdecke eingebaut und überdies Anfang 2021 die veralterte Ölheizung (Bj. 1982) durch ein modernes hocheffizientes Heizsystem ersetzt. Zudem erlaubt eine dort installierte moderne IT-basierte Heizungsfernsteuerung eine punktgenaue Beheizung der verschiedenen Räume nur für die geplanten Nutzungszeiten. Alle Maßnahmen zusammen, die mit überaus überschaubaren Investitionsmitteln realisiert werden konnten, führten dort zu einer Energiemengeneinsparung (kWh) von rund 2/3 und weil das neue Heizsystem eine saubere Energieform verwendet, sogar zu einer CO2-Reduktion von rund 75 %.

Im Ev. Pfarrhaus, Oberstraße 8a, wurde im Jahr 2014 sowohl die Dämmung der Außenwände (WDVS), als auch der Kellerdecke und der obersten Geschossdecke deutlich verstärkt, womit der Heizenergieverbrauch signifikant abgenommen hat. Damit sind hier bereits beste Voraussetzungen geschaffen worden, um später auch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe einzubauen, wenn die derzeit installierte Gas-Brennwertheizung dann altersbedingt ersetzt werden muss.

Abschließend wünschen wir uns, dass sich auch in Zukunft viele Menschen in unseren kirchlichen Gebäuden wohl fühlen.
Ihr/Euer Kirchmeister Volker Uhl









